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6d7d394c9d0c886e9247542e06ebb705Erstes Lernmodul micelab:experts fand im Dezember in Bregenz statt

Bregenz, 16. Januar 2017 – Fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Bodenseeregion trafen sich an drei Tagen im Dezember zum ersten micelab:experts. Anhand der hypothetischen Aufgabe einen Traumkongress zu kreieren, testeten sie eine breite Palette verschiedener Kommunikationsmethoden und innovativer Formate. Die neuen Erfahrungen geben die Experten in ihren Veranstaltungshäusern an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter.

Nach dem erfolgreichen Start im Herbst ging die Weiterbildungsplattform micelab:bodensee im Dezember in die nächste Runde: Fünfzig Praktiker aus der Veranstaltungs- und Tourismusbranche nahmen im Festspielhaus Bregenz am ersten Lernmodul, dem micelab:experts, teil. „experts“ deshalb, „weil jeder Teilnehmer in seinem Bereich – vom Veranstaltungsmanager über Techniker bis zum Caterer – Experte ist und zum Gelingen eines Kongresses beiträgt“, so die Maxime der Veranstalter von den Netzwerken Bodensee Meeting und der kongress tanzt.

Aufgabe des ersten Tages war, einen Traumkongress zu entwerfen. Dazu setzten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen intensiv mit der Zielklärung auseinander. Warum dies so wichtig ist, vermittelte Veranstaltungsdramaturgin und Kuratorin Tina Gadow: „Auch wenn die Beteiligten glauben, sich zu verstehen, existieren in den Köpfen oft unterschiedliche Bilder.“

Methodisches Fragen hilft, Missverständnisse auszuräumen und zu einem gemeinsam definierten Ziel zu gelangen. So übten die Teilnehmenden etwa in einem Rollenspiel, zirkulär zu fragen: „Was erzählt ein Teilnehmer nach der Veranstaltung begeistert einem Freund?“ Oder lösungsorientiert: „Welches Problem soll die Veranstaltung helfen zu lösen?“

Scheiter heiter
Am zweiten Tag ging die Gruppe der Frage nach, welche Rolle Angst und Vertrauen bei Veranstaltungen spielen – und zwar ganz praktisch. Gast-Coach Roberto Hirche führte die Teilnehmer dazu in die Prinzipien des Improvisationstheaters ein.

Rasch wurde klar: Fast jeder hat Angst zu versagen. Das kann auch passieren, wenn man als Veranstalter Neues ausprobiert. Frei nach dem Motto „Scheiter heiter“ sammelten die Teilnehmer Mut und Vertrauen, auch Fehler zu akzeptieren und diese als Grundlage für neue Ideen heranzunehmen.

Mit Ängsten konfrontiert sind mitunter auch Teilnehmer eines Open Space. Etwa: Man hat ein Thema und keiner kommt. Oder: Der besuchte Workshop ist nicht der richtige. Ein Open Space ist nach bestimmten Prinzipien organisiert, die der Zusammenarbeit eine neue Grundlage geben. Sie helfen, Gewohntes loszulassen und anzunehmen, was ist. „So lädt ‚das Gesetz der zwei Füße‘ ein, einen Workshop zu verlassen und dort hinzugehen, wo es einen gerade hinzieht und man mehr beitragen und mitnehmen kann“, erläuterte Tina Gadow. „Gemeinhin gilt das als unhöflich. Im Open Space ist es das explizit nicht, denn hier darf jeder tun, was für ihn selbst in dem Moment am sinnvollsten ist, oder wo der gegenseitige Nutzen größer ist.“ Dieses Vertrauen in die Teilnehmer, das dem Open Space als Haltung zugrunde liegt, schafft wiederum Vertrauen untereinander.

Formate kennenlernen
Neben Open Space probierten die fünfzig „Experten“ auch die Präsentationstechnik Pecha Kucha, die kommunikativen Murmelrunden, Geh-Spräche und die Diskussionsform Fish Bowl aus. „Es hat Spaß gemacht, verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten kennenzulernen“, meldeten viele Teilnehmer zurück. Auch der Austausch unter Branchenkollegen und Netzwerken ist beim ersten micelab:experts in Bregenz gut angekommen.

Neben vielen neuen Erfahrungen nahmen die Teilnehmenden eine „Hausaufgabe“ mit: Als Teil des micelab:experts sollen sie das Gelernte im eigenen Betrieb anwenden, etwa in internen Workshops mit Kolleginnen und Kollegen. „So agieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Multiplikatoren für eine innovative Kongresskultur“, ist Kurator Michael Gleich überzeugt.

Auf Basis der Rückmeldungen und Evaluierungen des Prototyps entwickeln die Kuratoren das Modul micelab:experts nun weiter. Der nächste experts findet im Frühjahr statt. Termin und Veranstaltungsort werden demnächst auf der Homepage www.micelab-bodensee.com bekanntgegeben.


Über micelab:bodensee

micelab:bodensee ist die erste Weiterbildungsplattform für Veranstalter im deutschsprachigen Raum. Sie wurde von den Netzwerken Bodensee Meeting und der kongress tanzt entwickelt und startete im Oktober 2016. micelab:bodensee umfasst drei Module mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Alle Module des micelab:bodensee haben einen erkundenden Charakter eines Labors. Beim Modul micelab:explorer liegt der Fokus auf der Forschung mit Impulsgebern aus unterschiedlichen Disziplinen. Es ist als Ideenschmiede angelegt. micelab:experts und micelab:experience richten sich an die Praktiker der MICE-Branche, also an Mitarbeiter aller Gewerke in Veranstaltungshäusern, Eventagenturen, Kulturinstitutionen und Marketingverantwortliche von Wirtschaftsbetrieben. Die Plattform ist ein EU-gefördertes Interreg V-Projekt. Als Kuratoren zeichnen die Veranstaltungsdramaturgin Tina Gadow und der Journalist Michael Gleich vom Netzwerk der kongress tanzt verantwortlich.

Infos unter www.micelab-bodensee.com  

 

Downloads:

Nachbericht micelab experts2016 Nachbericht micelab experts2016 (500 kB)

 Micelabexperts Kennenlernen Micelabexperts Kennenlernen (2 MB)
Erstkontakt in zweierlei Hinsicht: Beim allerersten micelab:experts in Bregenz lernen die Teilnehmer einander kennen.

 Micelabexperts Kennenlernen2 Micelabexperts Kennenlernen2 (1 MB)
Wer bist du? Woher kommst du? Die 50 „Experten“ des ersten micelab:experts stammen aus unterschiedlichen Gewerken und schaffen eine Vertrauensbasis für drei Tage gemeinsame Kongresserfahrung.

 Micelabexperts Regeln Micelabexperts Regeln (1 MB)
Gemeinsam definierte Regeln sind die Basis für einen vertrauensvollen Umgang unter Kongressteilnehmern.

 Micelabexperts Planung Micelabexperts Planung (1 MB)

Micelabexperts Planung3 Micelabexperts Planung3 (1 MB)
Das gemeinsam erstellte Flussdiagramm zeigt auf, welche Gewerke wann, wie und wo zusammenarbeiten, damit eine Veranstaltung gut organisiert werden kann und gelingt.

 Micelabexperts Planung2 Micelabexperts Planung2 (1 MB)
Alles auf Augenhöhe: Die „Experten“ aus den unterschiedlichen Häusern und Gewerken bringen ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein.

 Micelabexperts Ziele Micelabexperts Ziele (940 kB)
Die Zielklärung ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung einer Veranstaltung.

 Micelabexperts Ziele2 Micelabexperts Ziele2 (1 MB)

Micelabexperts Ziele3 Micelabexperts Ziele3 (961 kB)
Bestimmte Fragetechniken halfen den Experten dabei, die Ziele ihres Traumkongresses so zu definieren, dass alle dasselbe darunter verstehen.

 Micelabexperts Erwartungen1 Micelabexperts Erwartungen1 (1 MB)

Micelabexperts Erwartungen2 Micelabexperts Erwartungen2 (1 MB)
Was erwarte ich mir von meinem Traumkongress? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer notieren ihre Vorstellungen.

 Micelabexperts Traumkongress Micelabexperts Traumkongress (2 MB)

Micelabexperts Traumkongress2 Micelabexperts Traumkongress2 (1 MB)
Wie der Traumkongress aussehen soll, erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen.

 Micelabexperts openspace Micelabexperts openspace (2 MB)
Wer wagt den ersten Schritt in die Mitte und schlägt ein Thema für einen Open Space Workshop vor?

 Micelabexperts openspace2 Micelabexperts openspace2 (1 MB)
Einige Grundregeln helfen dabei, Gewohntes loszulassen und Neues anzunehmen – ganz stressfrei.

 Micelabexperts openspace3 Micelabexperts openspace3 (1 MB)
Bleiben oder zum nächsten Workshop weiterziehen: Nach dem „Gesetz der zwei Füße“ entscheidet dies jeder Teilnehmer selbst, ohne unhöflich zu wirken.

 

Copyright: micelab:bodensee/Anja Köhler. Abdruck honorarfrei zur Berichterstattung über micelab:bodensee. Angabe des Bildnachweises ist Voraussetzung.

 

Rückfragehinweis für die Redaktionen:
Bodensee Meeting, Stefanie Thurner, 0041/7122737-32, stefanie.thurner@st.gallen-bodensee.ch
Pzwei. Pressearbeit, Mag. Daniela Kaulfus, 0043/699/19259195, daniela.kaulfus@pzwei.at